Weiterbildung «Beurteilung» für Lehrpersonen des Thur- und Seebachtales und Mammern

Am Samstag, 28. August 2021, trafen sich rund 100 Lehrpersonen vom Zyklus 1-3 aus dem Thur- und Seebachtal und Mammern, zusammen mit ihren Schulleitungen zu einer gemeinsamen Weiterbildung in Hüttwilen. Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Lehrplans hat der Kanton Thurgau auf Beginn des Schuljahres 2021/22 ein neues Beurteilungsreglement in Kraft gesetzt.

Die Thurgauer Schulgemeinden haben dazu einen Umsetzungsauftrag vom Amt für Volksschule Thurgau bekommen.  Innerhalb ihrer Schule soll eine abgestimmte Beurteilungskultur entwickelt werden. Als wichtigste Neuerung gilt, dass in Zukunft vielfältige Beurteilungsformen anzuwenden sind und nicht mehr nur auf den Prüfungsnoten-Durchschnitt abgestützt werden kann.  Dabei geht es einerseits um Haltungen und Sichtweisen andererseits um eine vielfältige Beurteilung gemäss dem neuen Lehrplan und den kantonalen Grundlagen. Die Beurteilung soll ein professioneller Ermessensentscheid der Lehrpersonen sein.

Dass dies kein einfaches Unterfangen ist, zeigte schon der Titel des Eingangs-Referates «Spannungsfelder kompetenzorientierter Beurteilung». Er liess erahnen, dass es nicht die Beurteilungsform oder das Rezept «so macht man es» gibt. Der Referent Matthias Gubler zeigte zusammen mit seiner Kollegin Melanie Dellsperger, beide vom Institut Unterstrass an der PH Zürich, einerseits klare Fakten, andererseits aber auch kritisch zu hinterfragende Punkte der Beurteilung in den Schulen auf. Die im anschliessenden World Café gestellten Fragen, wie zum Beispiel «Selektion durch Beurteilung? » oder «wieviel Zeit kann im Schulalltag für neue Beurteilungsformen wie dem Lerncoaching, aufgewendet werden? », lösten intensive Diskussionen aus, die sogar  in der Pause und beim Mittagessen weitergeführt wurden. Im Zentrum der neuen Bewertungskultur steht das Kind und wie es durch die Beurteilung optimal unterstützt und gefördert werden kann. Manch traditionelle Beurteilungskultur muss dadurch überarbeitet werden. 

Am Nachmittag hatten die Lehrpersonen Gelegenheit, sich in einem der vier angebotenen Workshops, «formative Beurteilung», «Selbstbeurteilung», «spannende Visionen» und «Feedbackgespräch», weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dabei zeigten die Referentinnen und Referenten unterschiedliche Möglichkeiten auf , aber auch Erwartungen an die drei Zyklen vom Kindergarten bis zur 3. Sekundarschule hinweg.

Das Gehörte wurde im Anschluss innerhalb der Schulhausteams ausgetauscht und vertieft. Dabei legten die einzelnen Teams fest, mit welchen Fragestellungen sie sich weiter auseinandersetzen wollen oder sogar welche visionären Ansätzen weiterverfolgt werden sollen.

Mit einem kurzen Resümee von Matthias Gubler endete der intensive Weiterbildungstag. Beurteilung ist nichts Neues. Trotzdem sind in nächster Zeit weitere Diskussionen, Klärungen und das Erarbeiten von abgestimmten Grundlagen in den einzelnen Schulgemeinden nötig. Dazu erhielten die Lehrpersonen an dieser Weiterbildung spannende Informationen und vielfältige Anregungen.

Schulleiterin, Manuela Bärtsch